DER JUNGE KARL MARX | Ab 2. März 2017 überall im Kino!

Trailer

Der Film

Der

Film

Paris, 1844, am Vorabend der industriellen Revolution: der 26-jährige Karl Marx (August Diehl) lebt mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil. Als Marx dort dem jungen Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt wird, hat der notorisch bankrotte Familienvater für den gestriegelten Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers nur Verachtung übrig. Doch der Dandy Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben, er liebt Mary Burns, eine Baumwollspinnerin und Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Engels weiß, wovon er spricht. Er ist das letzte Puzzlestück, das Marx zu einer rückhaltlosen Beschreibung der Krise noch fehlt. Marx und Engels haben denselben Humor und ein gemeinsames Ziel, sie können sich hervorragend miteinander betrinken, und sie respektieren und inspirieren sich als Kampfgefährten. Zusammen mit Jenny Marx erarbeiten sie Schriften, die die Revolution entzünden sollen.


Die sozialen und politischen Krisen brodeln, doch die Intellektuellen in Deutschland und Frankreich reagieren nur mit ausflüchtender Rhetorik. Marx und Engels wollen nicht mehr nur Theorie, sondern Wirklichkeit, sie wollen den Massen ein neues Weltbild geben. Doch dafür müssen sie die Arbeiterbewegung hinter sich bringen – nicht so leicht, denn mit ihrer jugendlichen Anmaßung stoßen Marx und Engels so manchen gestandenen Revolutionär vor den Kopf. Trotz Zensur, Polizeirazzien und internen Machtkämpfen lassen sie nicht nach in ihren Versuchen, eine neue Vision von menschlicher Gemeinschaft zu formulieren.

DER JUNGE KARL MARX ist großes historisches Kino über die Begegnung zweier Geistesgrößen, die die Welt verändern und die alte Gesellschaft überwinden wollten. In großen Bildern und mit viel Sensibilität erzählt Regisseur Raoul Peck die Entstehungsgeschichte einer weltbekannten Idee als Porträt einer engen Freundschaft. Ihm gelingt ein so intimer wie präziser Blick in die deutsche Geistesgeschichte, die durch zwei brillante und gewitzte Köpfe seit der Renaissance nicht mehr so grundlegend erschüttert wurde.

Der

Regisseur

Der

Regisseur

Raoul Peck ist Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Geboren wurde er in Haiti, aufgewachsen ist er in Zaire, USA und Frankreich. An der TU Berlin studierte er Wirtschaftsingenieurwesen und an der DFFB in Berlin Filmwissenschaft. 1996 und 1997 war er Kulturminister in Haiti und seit 2004 ist er amtierender Präsident der französischen Nationalen Filmhochschule La Fémis in Paris. 1994 erhielt er den Néstor Almendros Preis und den Irene Diamond Preis für sein Lebenswerk von Human Rights Watch.

Filmografie (Auswahl)

2016 - Der junge Karl Marx


2016 - I Am Not Your Negro


2014 - Mord in Haiti


2013 - Fatal Assistance


2009 - Moloch Tropical


2005 - Als das Morden begann


2000 - Lumumba


1993 - Der Mann auf dem Quai


1991 - Lumumba – Der Tod des Propheten


1988 - New York ist nicht Haiti


Cast & Crew

Cast & Crew

August Diehl

als Karl Marx


August Diehl, geboren 1976 in Berlin, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seine erste Filmarbeit, die Hauptrolle im Kinofilm 23 – NICHTS IST SO WIE ES SCHEINT (1998), brachte ihm Bekanntheit und den Deutschen Filmpreis als Bester Darsteller ein. Es folgten zahlreiche weitere Filmrollen sowie Theaterarbeiten an den großen deutschsprachigen Bühnen, für die er weitere Auszeichnungen erhielt. In Quentin Tarantinos Oscar®-nominiertem Film INGLOURIOUS BASTERDS spielte Diehl 2009 den SS-Sturmbannführer Dieter Hellstrom und wurde auch international bekannt. Im amerikanischen Actionthriller SALT, der im August 2010 in die Kinos kam, war Diehl als Ehemann von Angelina Jolie zu sehen. Neben seinen Hauptrollen in den deutschen Kinofilmen DIE KOMMENDEN TAGE (2010), WER WENN NICHT WIR (2011) und WIR WOLLTEN AUFS MEER (2012) trat Diehl 2011 auch im Musikvideo zu Herbert Grönemeyers Single „Schiffsverkehr“ auf. 2000 wurde er im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin zum European Shooting Star gekürt. 2005 und 2011 war er für den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller nominiert. August Diehl war mehrfach mit seinen Filmen im Programm der Berlinale vertreten. 2014 bekam er den Emder Schauspielpreis im Rahmen des Internationalen Filmfests Emden-Norderney. 2016 übernahm er die Hauptrolle in Terrence Malicks neuem Film RADEGUND.

Stefan Konarske

als Friedrich Engels


Stefan Konarske wurde 1980 in Stade geboren, verließ sein Elternhaus jung und verbrachte einen Teil seiner Schulzeit in Paris. Nach zweijähriger Theatererfahrung in einem Hamburger Privattheater besuchte er die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Stefan Konarske feierte große Erfolge als Theaterschauspieler und 2007 wurde er von „Theater heute“ als Bester Nachwuchsschauspieler geehrt. Er spielte in zahlreichen Kino- und TV-Produktionen. 2005 war er in dem preisgekrönten Film NVA im Kino zu sehen. Daraufhin spielte er unter Regisseur Detlev Buck in dessen Filmen KNALLHART und SAME SAME BUT DIFFERENT. Nach verschiedenen Fernsehauftritten, darunter einige Tatort-Folgen, verkörpert er zwischen 2012 und 2017 den Oberkommissar Daniel Kossik im Tatort Dortmund. Auf dem französischen Theater-, TV- und Kinomarkt ist Stefan Konarske ebenfalls etabliert. 2014 debütierte er an der Seite von Romain Duris, Marina Foïs und Anaïs Demoustier in seiner ersten französischen Hauptrolle in der Arte Produktion „Démons“ unter der Regie von Marcial Di Fonzo Bo.

Vicky Krieps

als Jenny Marx


Vicky Krieps machte ihre ersten Schauspielerfahrungen am Conservatoire de Luxembourg und am Schauspielhaus Zürich, wo sie auch studierte. Während sie als Regisseurin am Theater an der Parkaue ein Stück inszenierte, wurde sie für erste Filmrollen besetzt. Inzwischen ist Vicky Krieps vor allem aus nationalen und internationalen TV- und Kinoproduktionen bekannt, darunter das Drama COLONIA DIGNIDAD mit Daniel Brühl, A MOST WANTED MAN von Anton Corbijn, DIE VERMESSUNG DER WELT und DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN, für das sie 2014 mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde.

Besetzung


Karl Marx
August Diehl
Friedrich Engels
Stefan Konarske
Jenny Marx
Vicky Krieps
Pierre Proudhon
Olivier Gourmet
Joseph Moll
Michael Brandner
Wilhelm Weitling
Alexander Scheer
Arnold Ruge
Hans-Uwe Bauer
Vater von Friedrich Engels
Peter Benedict
Mary Burns
Hannah Steele
Karl Grün
Niels Bruno Schmidt
Lenchen
Marie Meinzenbach
Moses Hess
Rolf Kanies

Crew


Regie
Raoul Peck
Buch
Pascal Bonitzer, Raoul Peck
Kamera
Kolja Brandt
Szenenbild
Benoît Barouh, Christophe Couzon
Kostüm
Paule Mangenot
Maske
Anne Moralis
Ton
Jörg Theil, Benoît Biral
Casting
Sylvie Brocheré, Kristin Diehle
Produzenten
Nicolas Blanc, Rémi Grellety, Robert Guédiguian, Raoul Peck
Koproduzenten
Benny Drechsel, Karsten Stöter, Patrick Quinet
Produktion
Agat Films & Cie, Velvet Film
In Koproduktion mit
Rohfilm, Artemis Productions, France 3 Cinéma, Jouror, SWR, RTBF, Voo, Be TV, Shelter Prod
Unter Beteiligung von
Canal +, France Télévisions, Distribution Diaphana, Neue Visionen
Mit Unterstützung von
Centre national du cinéma et de l’image animée, Deutscher Filmförderfonds, MDM Mitteldeutsche Medienförderung, MBB Medienboard Berlin-Brandenburg, Film- und Medienstiftung NRW, Filmförderungsanstalt
Mit Unterstützung von
Deutsch-Französische Kommission, Tax Shelter du Gouvernement Fédéral de Belgique, Centre du Cinéma et de l‘Audiovisuel de la Fédération Wallonie-Bruxelles
In Zusammenarbeit mit
Mercure International, Taxshelter.Be, ING, Indéfilms 4, A Plus Image 6, Sofitvcine 3

Statements

Statements

Raoul Peck


Als die Welt sich wiederholt im Ausnahmezustand der Finanzkrise befindet, erlebt Karl Marx ein unerwartetes wie neu erwachtes Interesse. In den letzten Jahren war er auf den Titelblättern der großen Magazine der Welt zu sehen: Time, Newsweek, Forbes, Financial Times, Der Spiegel. 2014 verkauft ein französischer Ökonom, Thomas Piketty, 450.000 Exemplare seiner neu aufgelegten Analyse der Thesen von Karl Marx („Der Kapitalismus im 21. Jahrhundert“).

Und die Journalisten und Ökonomen irren sich nicht. Während wir das Jubiläum des Mauerfalls feiern, ist es jetzt möglich, zu dem zurückzukehren, was Karl Marx an wissenschaftlicher Arbeit geleistet hat, ohne deshalb Schuldgefühle zu entwickeln wegen der Auswirkungen in der ganzen Welt, die von Doktrinen verursacht wurden, die sich zu Unrecht auf seine Lehre beriefen.

Karl Marx hat für mich bereits früh eine Rolle gespielt – in der Arbeit, in meinem Engagement und generell in meinem Leben. Ich war schon immer misstrauisch gegenüber allem Dogma gewesen, damit auch gegenüber dem Wesen des Marxismus als solches. Aber ich hatte das Glück, seinem Werk zuerst in akademischen Zusammenhängen zu begegnen – und das in einer Zeit, die weniger von Polemik geprägt war als heute.

In Berlin (West) habe ich, wie viele meiner deutschen und ausländischen Kommilitonen, sehr bald Vorlesungen über das „Kapital“ besucht. In einigen Fakultäten der Freien Universität von Berlin gehörte der Stoff quasi zum Pflichtprogramm. Man kam aber sowieso nicht darum herum, wenn man in einem maßgeblich vom Einfluss eines Marcuse, Adorno, Habermas, Horkheimer oder anderen Mitgliedern der Frankfurter Schule geprägten Umfeld auf fundierte und „wissenschaftliche“ Weise mitdiskutieren wollte – in einer Stadt der Debatten und der Revolte wie Berlin.

Ausgehend von der mir eigenen, durch meine Biografie bedingten Perspektive begann ich zusammen mit meinem Komplizen und Koautoren Pascal Bonitzer (der wahrscheinlich einer der kompetentesten europäischen Drehbuchautoren ist) mir den „jungen Karl Marx“ vorzunehmen und die Entstehung dieses monumentalen Werkes aufzuspüren, von dem Raymond Aron sehr richtig gesagt hat: eine Qualität des Werkes von Marx liegt darin, dass man es in fünf Minuten erklären kann oder in fünf Stunden, fünf Jahren oder auch über ein halbes Jahrhundert hin. Es ist tatsächlich möglich, eine vereinfachte halbstündige Zusammenfassung davon zu geben, was eventuell jemanden, der nichts über die Geschichte des Marxismus weiß, dazu befähigt, einem Anderen mit Ironie zuzuhören, der sich sein Leben lang damit beschäftigt hat.

Der Film wollte in seiner Inszenierung modern und fließend sein. Er begleitet Marx und Engels in ihrer Jugend, er zeichnet ihre unerschütterliche Freundschaft nach und zeigt, wie ein einzigartiges Trio durch die Entbehrungen entsteht, die sie in ihrer turbulenten Jugend erlebt haben. Es ist ein Film, der die Atmosphäre der fiebrigen Zeit der Industrialisierung als Realität enstehen lässt und dabei den Betrachter in das Europa der 1840er Jahre zu tauchen vermag: Fabriken der Schwerindustrie in England, das extreme Elend und der Schmutz der Straßen von Manchester und im Kontrast die goldene Wärme der Pariser Paläste, die Energie einer Jugend, die die Welt verändern will und dabei die törichten Schwellen der Ungleichheiten wiederherstellen wird.

Wir wollten so nah wie nur möglich an einer realen Geschichte lebendiger Figuren und im Zeitgeist ihrer Epoche bleiben. Deshalb haben wir vor allem auf direkte Quellen aus der Zeit, insbesondere auf die Briefe, Bezug genommen und nicht auf die Interpretationen verschiedener späterer Chronisten, die sich oft gegenseitig kopiert und dabei hin und wieder geirrt haben. Den „bärtigen Alten“, der auf seinem Dogma festsitzt, haben wir dabei hinter uns lassen wollen. Zu Gunsten der Wagnisse eines fulminanten Trios (Karl und Jenny Marx und Friedrich Engels), die in einem angespannten Europa unter der Fuchtel der Zensur am Vorabend der Volksrevolution mit dem Verfassen des „Kommunistischen Manifest“ – dieser analytischen und radikalen Auflistung der Fehlentwicklungen und der Mechanismen des Kapitalismus – kulminieren und dabei den Höhepunkt des Films bestimmen.

Denn der alte Bart verdeckt nicht nur das Gesicht von Marx. Im Jahr 2017 verdunkelt er die Möglichkeit einer bedachten Reflexion und Auseinandersetzung und verhindert dabei den tatsächlichen Beitrag dieses wissenschaftlichen und politischen Denkers zu entdecken, seine außergewöhnliche Kraft der Analyse, seine humanistischen Bestrebungen, seine berechtigten Sorgen über, zum Beispiel die Verteilung des Wohlstands, die Kinderarbeit, die Gleichstellung der Geschlechter, die Ausdehnung der Märkte, die Globalisierung, usw. – Themen von höchster Aktualität, in Europa und anderswo.

Jeder ist frei, die Geschichte, die auf jene Episode folgte, für sich zu beurteilen. Aber sie beginnt schon lange vor den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, als Karl Marx und Friedrich Engels begannen, die Welt zu verändern. Und hier setzt der Film an: bei der Jugend und bei der Revolution des Denkens.

August Diehl


Ob es sich um einen zeitgemäßen Film handelt – dies ist eine Frage, die mir fast immer gestellt wird, egal in welchem Film ich mitgewirkt habe. Sie lässt sich mal einfacher, mal schwerer beantworten. Der Grund dafür liegt in der einfachen Tatsache, dass ich mich den Projekten niemals auf dieser Ebene nähern kann. Ich spiele einen Menschen, einen Charakter mit einer Geschichte, und da ich mich in diese Figuren hineinversetze, bleibt diese Frage notgedrungen aus. Ich müsste mich dann nämlich auch fragen, ob ich mich selbst, als Mensch im 21. Jahrhundert als zeitgemäß empfinde. Ich weiß das beim besten Willen nicht zu beantworten.

Nun aber Karl Marx. Ist er zeitgemäß? Ist es zeitgemäß, einen Film über ihn zu machen? Soviel ich weiß, ist unser Versuch einer der ersten in dieser Richtung. DER JUNGE KARL MARX zeigt einen relativ kurzen Ausschnitt seines Lebens in der Emigration in Paris, später in Brüssel und die Umstände, die ihn zu seinem ersten großen Werk, dem „Manifest“ geführt haben. Der Film zeigt einen jungen, sehr kämpferischen Mann, der trotz finanzieller Schwierigkeiten als Familienvater einen Weg betritt, den er als absolut notwendig empfindet.

Ehrlich gesagt, haben mich seine Werke erst einmal abgeschreckt. Sie sind klug. Aber sie geben wenig Einsicht in seine Persönlichkeit. Die Briefwechsel, vor allem mit seinem Weggefährten Engels waren da viel hilfreicher. Hier sieht man eine komplizierte Persönlichkeit. Jemand, der spottet, gerecht ist, anklagt, sich über Umstände beschwert, seine Unfähigkeit mit Geld umzugehen, seine Sehnsucht nach Luxus und Leben, seine Liebe zur Familie, seine Erschöpfung. Seinen Humor. Seinen scharfen Verstand. Seine Unerbittlichkeit. Seine Ungeduld.

Ich bin sicher, er wusste sehr früh, dass er etwas in sich trägt, das die Welt verändern wird. Die Menschen damals hatten das starke Gefühl, in einer Zeitenwende zu leben. Die industrielle Revolution war dabei, die Nationen und die Menschen tiefgreifend zu verändern und hatte vor allem eine neue Klasse hervorgebracht: das Proletariat.

Heute leben wir in einer Welt, die verschärft gesagt das Ergebnis dieser Zeit ist. Dem Ende des 19. Jahrhunderts. Marx hatte vieles genau prognostiziert. Er war vielleicht einer der größten Kenner des Kapitalismus – sogar bis heute.

Insofern, ja, das Thema unseres Films ist ganz unheimlich zeitgemäß. Obwohl vielleicht auch wir das Gefühl haben, in einer Art Zeitenwende zu leben, sind wir um einiges passiver, hilfloser als die Menschen damals.

Vielleicht werden wir in diesem Film etwas sehen, das wir verloren haben. Mut. Einsicht, dass der Einzelne es in der Hand hat, die Umstände, in denen wir leben, zu verändern. Und auch wenn ich das leider über mich selbst nicht wirklich sagen kann, ist es etwas, das mir Marx sehr nahe bringt. Bestimmtheit. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Stefan Konarske


Eine weltweit bekannte historische Persönlichkeit wie Friedrich Engels in einem Film verkörpern zu dürfen und diese bis ins kleinste Detail zu verinnerlichen und zu assimilieren, war eine große Herausforderung und Ehre für mich. Die Vorbereitungszeit war sehr intensiv. Wir haben Wochen mit dem Sichten von Material verbracht und versucht, diese Zeit mit all ihren Problemen und Entwicklungen nachzuvollziehen. Die Kunst bestand eben auch darin, nicht nur die Figur und den Menschen Friedrich Engels zu verstehen, sondern auch den Zeitgeist zu erfassen und mit in die Rolle einzubauen. Es war wie eine Zeitreise, ein wunderbares Gefühl, für das ich dankbar bin. Raoul Peck war als Regisseur dieses Films eine Offenbarung und ein sehr angenehmer, offener Gesprächspartner. Der Film beschäftigt ihn schon eine sehr, sehr lange Zeit. Er hat einen ganz besonderen Blick, eine Vision, baut Handlungen und Situationen auf eine Art und Weise auf, die den Zuschauer ganz leicht, aber mit Wirkung in das Thema eintauchen lässt. Die Konstellationen der Figuren untereinander bauen sich hier behutsam auf und führen dann intuitiv zusammen. Die Zusammenarbeit mit dem ganzen Team, vor allem mit August Diehl und Vicky Krieps hat mir große Freude bereitet und ich konnte, trotz mehrerer Jahre Erfahrung in diesem Metier, einiges lernen. Wenn man gemeinsam auf diesen historischen Sets in ein anderes Jahrhundert abtaucht, dort bei Sonne und Regen viel Zeit verbringt, schweißt das zusammen. In Deutsch, Englisch und Französisch zu drehen, hatte dazu auch seinen Reiz. Ich liebe Sprache und schätze die kulturelle Vielfalt. Ich bin froh und dankbar für diese Arbeit und weiß, dass einem solche Rollen nicht alle Tage angeboten werden.

Vicky Krieps


Jenny Marx war eine sehr starke Frau, die bescheiden und zeitlos ihre Epoche beeinflusst hat, ohne jemals selbst wirklich im Mittelpunkt zu stehen. Aber sie wusste, dass es im Leben um mehr geht als irgendwelche privaten Befindlichkeiten. Sie hat ihr Leben einer Sache verschrieben, die einfach größer war. Und dafür war sie bereit, auf vieles zu verzichten und einiges zu erdulden. Sie hat – als eine der Ersten – erkannt, was für ein Geist in Karl Marx herumspukte, tobte und tanzte und sie hat alles dafür getan, ihm dabei zu helfen, dass es auf Papier gebracht wird. Jenny Marx ist ein Vorbild dafür, wie man an das Wesentliche herankommt, ohne am Ego hängen zu bleiben oder im Wohlstand einzuschlafen…

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Unterrichtsmaterial für LehrerInnen

Filmheft vom Institut für Kino und Filmkultur


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